Bericht im „derWurzacher.de“ Schneller Hosenverkäufer

Bad Wurzach 20.05.2015 – Die einen sammeln Briefmarken, die anderen Bierdeckel. Der Bad Wurzacher Wolfgang Kiefer (47) hat ein Faible für alte Motorräder der 125ccm-Klasse. Mehr noch. Der gelernte Einzelhandelskaufmann steigt sogar manchmal auf eine seiner Maschinen und fährt Rennen. Deshalb ist er auch schon als „schnellster Hosenverkäufer Bayerns“ bezeichnet worden. Bayern? Ja! Kiefer ist zwar Baden-Württemberger, arbeitet aber in einem Modegeschäft in Memmingen.

Die Klassikwelt in Friedrichshafen ist für viele ein Begriff. Kiefer fiebert diesem Ereignis im Juni schon lange entgegen. Er ist dabei, wenn sich demnächst am Bodensee mehr als 20 Ex-Weltmeister ein Stelldichein geben werden. Unter ihnen auch der 15-fache italienische Champion Giacomo Agostini und der Deutsche Dieter Braun, mehrfacher Weltmeister. „Die Klassikwelt ist ein Riesenspektakel“, schwärmt Kiefer. An drei Tagen kämen bis zu 40.000 Besucher nach Friedrichshafen. Und mitten drin ist dieses Mal wieder der Bad Wurzacher Kiefer. Nicht als Zuschauer, sondern als Fahrer. „Ich nehme am Demo-Racing teil“, kündigt er an. Kiefer fährt für das Classic-Racingteam-Bodensee und beteiligt sich an den Rennen mit fünf Maschinen. „Wir fahren zweimal pro Tag“, sagt der Bad Wurzacher, dessen Augen funkeln, wenn er von seinen vielen Motorrädern spricht.

Wie viele „heiße Öfen“ ihm gehören, will der Bad Wurzacher nicht sagen. „Das muss niemand wissen“,  betont Kiefer. Fakt ist: Die Maschinen sind Liebhaberstücke, ziemlich wertvoll. Das älteste Motorrad in Kiefers Garage wurde 1967 gebaut, das jüngste Modell stammt aus dem Jahr 2008. Und es sind verschiedene Marken, die Kiefer sammelt: Moto Morini, Motobi, Honda, Metrakit, Aprilia und Yamaha. Die Leistung der Motoren ist sehr unterschiedlich – von 11 bis 48 PS. Die schnellst Maschine im Rennstall von Kiefer ist eine Honda aus dem Baujahr 1991. Sie hat fast 50 PS, ein Trockengewicht von 70 Kilogramm und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 230 km/h.

Vor 20 Jahren hat sich der Bad Wurzacher seine erste Maschine gekauft. Eine Motomorini. Und gleich Blut geleckt. „Seither bin ich Jäger und Sammler“, sagt Kiefer. Im Laufe der Jahre wurde sein Fahrzeugbestand immer größer. „Das ist wie ein Virus. Man ist irgendwann einfach befallen“, begründet der 47-Jährige seine Leidenschaft alte Motorräder zu sammeln und sogar damit zu fahren. „Mich fasziniert es, wie viel Dampf die Maschinen haben.“

Am liebsten fährt Kiefer Stadtkurse. „Dann stehen die Zuschauer sehr nahe an der Rennstrecke“, sagt der Bad Wurzacher. Und bei ihm kommt dann so etwas wie „Monte-Carlo-Feeling“ auf…

 

Text: Jürgen Spöcker